Das Heidedorf Söllichau wird erstmals in der Meißener Bistumsmatrikel
des Jahres 1346 als Selchaw erwähnt. 1394 wird der Ort in einem
Wiederkaufsbrief Gebhards von Querfurt, Herrn zu Düben, dann
Selchow geschrieben. 1473 heißt es Zoelchow. Im Register
der Jahresrente des Amtes Düben aus dem Jahre 1497 werden auch
Leute zu Selchaw genannt, die Acker auf der heutigen Wüstung Maaßnitz
haben. Und nach demselben Register zinst Barthel Kopfe zu Sellchaw
4 Groschen von einer halben Hufe auf der heutigen Wüstung Deubitz.
Die letztere Schreibung, ergänzt durch 1592 Selicha in einer
Erbkaufverschreibung, kommt der heute Amtlichen Form Söllichau schon
recht nahe. Die Mundart “selche” hat das alte “e” bewahrt. Nach diesen
urkundlichen Belegen ist für diesen Namen slawischer Herkunft eine
altsorbische Grundform Zelichov als“Ort eines Zelich” anzusetzen.
Der Personenname Zelich ist eine Kurzform eines zweigliedrigen
Vollnamens wie Zelidrog, Zelimir o.ä. Die altsorbische Wurzel
“zel- bedeutet wünschen”. Ein anderer Ort mit derselben Grundform und fast
identischen Belegen ist Selchow bei Storkau.